Projekt Wohlwillstraße 19-23
Umfangreiche Nachgründung, Modernisierung und Instandsetzung des unter Ensembleschutz stehenden Gebäudes Wohlwillstraße 19-23| Zeitrahmen: | • Beginn der Modernisierungsplanungen Ende 2001 • Baugrunduntersuchungen 2002 • Planung einer Entkernung des Gebäudes 2003 • Planung Neubau 2004 • Diskussion über Erhalt unter Beteiligung vieler Fachbehörden, des Bezirksamtes Hamburg-Mitte, der Patriotischen Gesellschaft von 1765, vieler Institutionen und Einzelpersonen bis 2007 • Baubeginn Januar 2008 • Geplante Fertigstellung November 2009 |
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| Finanzierung: | Modernisierung und Instandsetzung nach dem Förderprogramm „Modernisierung und Instandsetzung in Sanierungsgebieten“ entsprechend den Förderbedingungen der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt. Fremdmittel, Treuhandvermögen, Mittel der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt. Spenden siehe unten |
| Projektleiter/in: | Karin Dürr |
| Fon: | 040 43 13 93-43 |
| E-Mail: | Karin.Duerr@steg-hamburg.de |
1873 erwarb Maurermeister Tiedemann die drei Grundstücke Wohlwillstraße 7-11, 13-17 und 19-23 und errichtete den Bau von „sechs Doppelhäusern und sechs Reihen Hinterhäusern“. Grundlage für diese Neubebauung war das Hamburger Kleinwohnungsgesetz.
Das Gebäude Wohlwillstraße 19-23 stellt zusammen mit den Nachbarhäusern 7-11 und 13-17 sowie den Gebäuden 20-28 und 10-18 ein herausragendes Denkmalensemble der Hamburger Architektur- und Arbeitergeschichte im 19. Jahrhundert dar. Gleichzeitig zählt diese Reformquartier zu den wichtigsten Bauzeugnissen des Sozialen Wohnungsbaus in Deutschland überhaupt.
Ende 2001 begannen die Planungen für eine öffentlich geförderte Modernisierung und Instand-setzung des Vorderhauses (Bestand 19 WE, 3 GE, 1.553,11 qm Wohn- und Nutzfläche, durchschnittliche Netto-Kaltmiete 3,- €/m²), die beiden Terrassengebäude wurden in den 1980er Jahren abgebrochen. Parallel dazu wurden Baugrundgutachten in Auftrag gegeben und, nachdem die ersten Mieterinnen und Mieter entsprechend des Sozialplanes umgesetzt waren, konnten im Innern des Gebäudes weitere detaillierte Untersuchungen vorgenommen werden.
Erhebliche Schäden an Balkenköpfen, an der Dachkonstruktion, umfangreiche Verformungen, starke Abrisse, Schiefstellungen und Feuchtigkeitsschäden sowie eine unzureichende Gründung wurden kartiert. Daraufhin wurden diverse Varianten einer Gründungsverstärkung diskutiert, gleichwohl bei allen die Maßnahmen die bestehenden Verformungen erhalten geblieben wären und die geschätzten Kosten das Ziel einer nachhaltigen Sanierung weit überschritten.
Nach ausgiebiger Diskussion mit entsprechenden Fachleuten und unter Berücksichtigung der denkmalwerten Einstufung wurde eine Entkernung des Gebäudes untersucht, die jedoch an dem Stellplatznachweis, den Miethöhen und den unrentierlichen Kosten scheiterte. Die daraufhin untersuchte Planungsvariante ‚Abbruch/Neubau’ führte zu einer langen Diskussion mit vielen Planungsbeteiligten, engagierten Institutionen und Einzelpersonen über zwei Jahre.
Durch die Zusage von Spendenmitteln in Höhe von 460.000,- € konnte der Erhalt des Gebäudes und somit die ursprünglich geplante Modernisierung und Instandsetzung des Gebäudes erreicht werden.
Das Konzept der derzeitigen Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen stellt eine Mischung aus Nachhaltigkeit im Sinne der bauordnungsrechtlichen Anforderungen eines heute allgemein üblichen Wohnstandards und dem denkmalpflegerischen Umgang mit einzelnen Bauteilen (Straßenfassade, Treppenhäuser) dar.
Die nachträgliche Gründungsverstärkung ist durch ein auf 208 Titanpfählen gegründetes Stahlträgerrost erzielt worden. Sukzessive wurden und werden abschnittsweise neue aussteifende Stahlbetondecken, die durch Zu- und Auflagerverbindungen in die Außenwände einbinden, eingebaut.
Die Grundrisse werden entsprechend der ursprünglichen Struktur um ein Vollbad ergänzt, die Küchen wurden mit Essplatz und angrenzendem Abstellraum konzipiert.
Das Dachgeschoss wird ausgebaut, vier neue Dachgeschosswohnungen mit ca. 50 m² Wohnfläche entstehen.
Alle Wohnungen erhalten Balkone, die von der Küche aus zu begehen sind.
Nach Modernisierung/Instandsetzung werden 24 Wohneinheiten mit insgesamt ca. 1.550 m² Wohnfläche wieder von den Mieterinnen und Mietern bezogen werden können.
Spendenmittel:
Herrmann Reemtsma Stiftung 200.000,- €
Bezirksversammlung Hamburg-Mitte 105.000,- €
Christian F. Ahrenkiel GmbH & Co. 75.000,- €
Bezirksamt Hamburg-Mitte 50.000,- €
Stiftung Denkmalpflege Hamburg 50.000,- €


